3. November 2017

Arakkur 3 - Das Seelenband

 
(Quelle: Amazon)

Pascal Wokan ist durch und durch ein Fantasyautor mit viel Engagement und Herzblut beim Schreiben seiner Geschichten. Ich habe bereits drei Bücher von ihm gelesen und sie haben mich alle restlos überzeugt. Die Arakkur-Saga ist in einer Trilogie erschienen und den ersten Band „Arakkur 1 –Die große Schlucht“ sowie Arakkur 2 – Das ferne Land haben den Grundstein für ein tolles Abenteuer gelegt. Nun ist der dritte Band „Arakkur 3 – Das Seelenband“ erschienen und das Finale in Andural kann beginnen.

 
Klappentext (Achtung Spoiler-Gefahr):

An diesem Ort hat alles begonnen und hier wird es auch enden!

Vor den Toren von Amerys tobt eine grausame Schlacht um die Zukunft des gesamten Landes. Alle Hoffnung scheint verloren, nachdem Elhan, der letzte der Avar, verschwunden ist. Nun liegt es an Alrael, Cathien und Draia den drohenden Untergang abzuwenden und einen uralten Krieg zwischen Leben und Tod zu entscheiden. Die alles entscheidende Schlacht beginnt …


Zu Beginn hat der Autor, wie immer die Karten zur Geschichte angefügt. Ihr wisst ja bereits, wie sehr ich diese Karten liebe wegen ihren Details und ihrer Genauigkeit. Die Story spielt in den Andural und Vorliar. Weiters gibt es als Rückblick und Zusammenfassung des Stands der Dinge den Punkt „Was bisher geschah“. Dadurch ist der Einstieg ganz leicht und dieses Kapitel ist sehr hilfreich sowie anschaulich.

Insgesamt ist Arakkur – Das Seelenband in 4 Abschnitte aufgebaut, welche grob wie folgt inhaltlich gegliedert sind:
  • Teil 1: Bestandaufnahme
  • Teil 2: Neue Erkenntnisse
  • Teil 3: Das Wiedersehen
  • Teil 4: Des Rätsels Lösung


Darüber hinaus sind die einzelnen Kapitel mit Abschnittsüberschriften mit prägnanten Kurzaussagen sowie mit jeweils einen kurzen Textausschnitt und/oder Anmerkungen mit vielen Zusatzinformationen versehen. Diese Bruchstücke geben einen extra Eindruck zur Geschichte und sie lassen viel Raum für weitere Spekulationen – gutes Stilmittel.

In der dritten Person wird die Geschichte hauptsächlich aus Sicht der vier/fünf Hauptprotagonisten erläutert: Elhan, Cathien, Daria, Sylon und Alrael. Wer Pascal Wokans Schreibstil kennt, weiß, dass er gerne Zwischenspiele mit anderen Blickwinkel des Geschehens einbaut, bei der das Geschehen an einen anderen Ort schwenkt, auf der Seite des Feindes spielt oder das aktuelle Geschehen aus einer anderen Perspektive fortspinnt.

Im Laufe der Erzählung sowie im Kampf gegen einer alles verschlingenden Finsternis wachsen alle Figuren über sich hinaus. Es gibt eine stehe Entwicklung bei den Protagonisten und jede Figur für sich wird präziser und tiefer ergründet als in den ersten beiden Bänden. Der Schreibstil des Autors ist wie in den vorhergehenden Büchern schwülstig, teils düster, gewalthaltig und trotzdem fesselnd, fließend und intensiv. Auch die Sprache ist eher gehoben wie im Mittelalter, aber treffend für die dunkle Grundstimmung und teils auch derb angehaucht.


Starke Metaphern stellen die wortgewandten und ausdrucksstarken Szenen dar. Vor allem die Umgebung sowie Flora und Fauna dieser fiktiven Welt werden detailliert erläutert. In diesem Band fokussiert sich das Geschriebene mehr auf die Szenen, weniger auf die Gedanken und Gefühle. Der Erzählstil ist maskuliner, aber es werden von Zeit zu Zeit auch schöne und authentische Szenen eingesetzt.

Innere Unruhen, Unsicherheit, Angst vor dem Tod, Wiederaufstehung und Hoffnung auf Frieden wechseln sich mit über und über sarkastisch und ironisch komischen Aussagen ab. Außerdem ist die vorherrschende brutale und derbe Ehrlichkeit erfrischend. Außerdem gibt der Autor durch seine Protagonisten immer prägnante Zusammenfassungen des Geschehen, wodurch man nie den Überblick verliert.

Insgesamt ist basiert die Arakkur-Saga auf einer fantasievollen Grundidee mit tollen Wesen, einer eigenen fiktiven Welt sowie einer scheinbar magischen sowie göttlichen Kontext um den sich alles dreht. Es fällt auch auf, dass die Tierwesen so anschaulich und malerisch beschrieben werden, also würden sie hier bei uns sein und nicht fiktiv.

Das Buch beginnt mitten im Geschehen und setzt direkt an Band 2 an. Rasante Wendungen und rapider Spannungsanstieg gibt es von Anfang an. Die absichtlich offen gehaltenen Szenenwechsel sind oft zum Haare raufen gut gesetzt. Vor allem eine sehr offen gehaltene Auflösung oder Offenbarung wird erst zwei drei Kapitel später besprochen - atemberaubender Erzählstil.


Während dem Lesen wird es nie langweilig, da immer mehrere Geschichten parallel ablaufen, die aber im Gesamtbild zusammengehören. Es herrscht durchgehende eine wahre Explosion an Eindrücken, Gedanken und Handlungen und alle Perspektiven sowie Beteiligten werden abgeklappert. Man wird auf eine richtige Gefühlsachterbahn geschickt und das große Finale am Ende der Geschichte ist einfach unbeschreiblich.

Ich möchte mich auch im Rahmen dieser Rezension ganz herzlich bei Pascal Wokan für seine lieben Worte in seiner Danksagung und die namentliche Erwähnung bedanken. Ich kann dies nur zurückgeben.

Die Arakkur-Saga im Überblick:
  • Band 1: Arakkur - Die große Schlucht
  • Band 2: Arakkur - Das ferne Land
  • Band 3: Arakkur - Das Seelenband

Arakkur 3 – Das Seelenband ist ein magisches und zauberhaftes Finale mit viel Kampfgeist, Intrigen sowie Hoffnung auf Erlösung. Des Weiteren konnte der letzte Band der Trilogie mit rasanten Wendungen, mit einer wahren Explosion an Eindrücken und Perspektiven, mit einer malerischen fiktiven Welt sowie mit einem atemberaubenden Erzählstil des Autors durch und durch überzeugen.
Ich kann Arakkur 3 sowie die gesamte Trilogie jedem Fan von Fantasiewelten, von den Herr der Ringe-Büchern oder vom Autor Tad Williams nur ans Herz legen, denn es ist ein wahrer Lesegenuss.

(Ein Dank an den Pascal Wokan für das Rezensionsexemplar.)


Arakkur 3 - Das Seelenband erhält von mir 5 von 5 Blüten.



Titel: Arakkur 3 - Das Seelenband (Arakkur-Saga 3)
Autor: Pascal Wokan
Erscheinungsdatum: 28.10.2017
Verlag: Independently Published
ISBN: 197310623X
Seiten: 368
Sprache: Deutsch
Preis: € 3,99 Kindle-Ebook / € 12,99 PP

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